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HANS PRÄTTERHOFFER zum Leben des Leonardo Das Bauernkätchen hat einen unehelichen Buben vom Notar aus Vinci. Über den hat Gott viele Gaben ausgegossen. Der wird berühmt bis auf den jeweils heutigen Tag. Nehmt ihn ins Haus des Vaters, dessen beide ersten Frauen können ohnehin keine Kinder kriegen. Gebt ihn in die Malerlehre, der Junge ist talentiert fürs Zeichnen. Treibt er’s mit Knaben, verklagt ihn, aber es nützt nichts. Er nimmt sich einen hübschen zehnjährigen Dieb ins Haus und gibt ihn als Schüler aus, da könnt ihr nichts machen, die beiden werden alt und fett zusammen. Schickt ihn nach Mailand, dem Herzog ein bißchen vorzusingen; bleibt er gleich dort, prahlt, er sei ein einmaliger Konstrukteur von Festungen, Tankwagen, Kanonen, Flammen- und Wurfgeschossen, Brand- und Gasbomben, könne Flüsse umleiten und Berge versetzen und Punkt 13, wohlgemerkt, auch malen, so gut wie jeder andere. Sollte das nicht genügen, so baut er ein Reitermal, ein Super-Pferd 7 Meter hoch. Daran werkt er 16 Jahre, aber es wird nie gegossen, der Herzog verliert die Geduld und macht Kanonen aus der vielen Bronze. Die Franzosen schießen das Modell des großen Pferdes in kleine Stücke, den Herzog nehmen sie gefangen, hängen und vierteilen seinen Architekten, Leonardos engsten Freund. Der verhandelt mit den Siegern wegen der Rückgabe seines Besitzes und bietet sich an, ihnen ein Super-Pferd zu bauen. Die Franzosen sind bereit ihn anzustellen, aber Leonardo hat schon einen Job als oberster Kriegsingenieur Cesare Borgias. Dem hilft er beim heimtückischen Angriff auf Urbino und beim Aufstand gegen seine Geburtsstadt Florenz, macht eine schöne Landkarte zu dem Zweck, bekommt von ihm alle Vollmachten und einen Freund erdrosselt. Da geht er wieder nach seiner Geburtsstadt und porträtiert die Bürgersfrau Madonna Lisa, seziert nebenbei 30 Leichen von Mann, Frau und Kind, die Pferde nicht gerechnet. Er prozessiert ein Jahr lang mit seinen Brüdern um das Erbe seines Vaters, hinterläßt ihnen aber in seinem eigenen Testament 400 Gulden, obwohl nur 300 am Konto sind. Zwischendurch versucht er, sich in die Lüfte zu erheben, wie er es den Vöglein abgeschaut hat, aber es gelingt ihm nicht. Er nützt jede Gelegenheit seine großangelegten Projekte mittendrin aufzugeben, kassiert dafür weiterhin hohe Summen, wofür man ihn öffentlich einen Betrüger nennen darf. Wird eines seiner Bilder, selten genug, fertig, erfindet er fix einen Schlußfirnis der es zerstört. Er kritzelt haufenweise und ungeordnet Zettel voll mit Rätsel, Witzchen und Ideen, die ihm kommen, wenn er ins Feuer stiert, oder auf Flecken an Mauern, Wolken und Schlamm, schreibt zuweilen Wort für Wort aus Büchern Anderer ab. Der König von Frankreich zahlt dem Linkshänder noch 4 Jahre Pension für die Lähmung der rechten Hand und beweint seinen Tod.