Art newspaper / exhibition issue

Lang/Art/News: sign. 1943

Date
November 1993
Publisher / venue
Galerie Lang Wien
Archive scans
20

A complete photographed issue accompanying sign. 1943, with essays on the generation born in 1943 and a round-table conversation including Praetterhoffer.

“Karriere war für uns tabu — genauso wie das Establishment.”
Hans Praetterhoffer · Lang/Art/News, November 1993
Lang/Art/News: sign. 1943 — selected archive scan
Transcription Original German · English summary

English summary

The November 1993 issue accompanies the exhibition sign. 1943 and considers the political and cultural experience of artists born in 1943. In the recorded round table, Praetterhoffer describes careerism as taboo for his generation and reflects on its inherited belief in artistic struggle, maturity, and recognition.

Selected transcription · German

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Scan 1 — issue opening

LANG/ART/NEWS DIE KUNSTZEITUNG Wien, November 1993 1943 IST NICHT 1984 Dieter Ronte, Bonn 1993 Die Generation 1943 ist heute am Ruder, sie regiert oder auch mit. Sie ist verantwortlich. Sie zählt zu jenen letzten des Krieges; viele Kinder sind für den Führer gezeugt worden (vielleicht!), alle haben die Armut nach dem Kriege kennengelernt, die Lebensmittelkarten, die verzweifelten Eltern. Wenige haben in den entscheidenden Jahren ihren Vater kennengelernt, wohl aber die überforderten Mütter; oft kam der Vater nie wieder.

Scan 9 — Das Gipfeltreffen vom 27. September 1993

Auszüge eines mehrstündigen Tonbandprotokolls von Harald Krämer und Manfred M. Lang. Die Teilnehmer: Robert Lettner — Hans Prätterhoffer — Erhard Stöbe — Reimo Wukounig. Lettner: Die Dreiundvierziger waren ein tragender Jahrgang für die 68er-Bewegung. Das waren nicht die Studenten im zweiten oder dritten Semester, sondern die, die mit dem Studium gerade fertig wurden. Im Mai wurde der Begriff „Alle Macht der Phantasie“ geprägt. Wir waren mit die Träger der antiautoritären Bewegung. Wir akzeptierten keinen Autoritätsdruck und kein karriereorientiertes Agieren. Prätterhoffer: Karriere war für uns tabu — genauso wie das Establishment. Lettner: Das unterscheidet uns von den Generationen vor und nach uns. Prätterhoffer: Wir sind aber auch die letzte Generation, die an das tradierte Bild des Künstlerdaseins geglaubt hat: zuerst hungern, dann reifen und sich bewähren. Aber während wir so fleißig vor uns hinhungerten und hinreiften, kamen die nächste und übernächste Generation, die dieses tradierte Rollenbild einfach ignorierten und sich mit ihren 30 Jahren für ausgereift und bewährt erklärten. Und das hat sogar funktioniert, die Leute haben es ihnen geglaubt.

Scan 12 — selected biography

Hans Prätterhoffer 1943 geboren am 11. September in Wien 1944 Vater im Krieg gefallen 1965 Studium an der Akademie der bildenden Künste bei Sergius Pauser 1969 Diplom. Lichtzeichnungen im Gelände 1970 Stereo-Lichtzeichnungen im Anaglyphenverfahren 1971 Beginn einer Serie von Blindzeichnungen 1972 Förderungspreis der Stadt Wien 1974 Landschaftsbilder kombiniert aus fotografischen und gemalten Elementen 1976 Figurale Lichtzeichnungen bei Nacht 1977 Zyklus von Radierungen 1982 1. Preis im zweiten Römerquelle-Wettbewerb 1985 Übernahme einer umfangreichen Werkgruppe in das Rupertinum Salzburg 1986 Personalausstellung in der Galerie Contact 1989 Neues Atelier; Öl- und Aquarellmalerei

Scan 14 — exhibition invitation

sign. 1943 ROBERT LETTNER · ERHARD STÖBE · HANS PRÄTTERHOFFER · REIMO WUKOUNIG · HERWIG ZENS Samstag, 20. November 1993 von 15 bis 19 Uhr GALERIE LANG WIEN 1010 Wien, Fichtegasse 5 20. November bis 23. Dezember 1993

Archive scans

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For the wider context, explore the biography of Hans Praetterhoffer, critical reception and Sources & Research Notes.