Scan 2 — K.S., In den Lüften bleiben
Hans Praetterhoffer (Jahrgang 1943) ist ein beweglicher, experimentier- und risikofreudiger, beharrlicher und zugleich offener Maler und Graphiker. In seinem Werk verbinden sich barocke und expressiv-informelle Komponenten. Inhaltlich ergeben sich Bezüge zu Landschaft und Figur — und zwar auf jeweils besondere und bei mehr oder weniger gleichbleibendem Ansatz wechselnde Art. Angefangen hat der Künstler, der jetzt in der Galerie Contact seine neuesten Landschaftsvisionen zeigt, mit Lichtzeichnungen im Gelände. Das war Malerei mit farbigem Licht, der 1974 erstmals eine Kombination aus photographischen und gemalten Elementen folgte. Derartige rund fünfzehn Jahre zurückliegende Versuche haben ihre Bedeutung auch für die neuesten, nun wieder auf reine Malerei konzentrierten Bilder, nicht verloren. Was Praetterhoffer einst aus der Lichtzeichnung entwickelt hatte, findet sich in entsprechenden Fährten, Blitzen und Knäueln wieder. Dazu kommt seine Freude an Rhythmen, die ihn 1977 zu einer Serie von Radierungen veranlaßt hatte, die sich vom Free Jazz anregen ließen. Auch die danach entstandenen Figuren und Figurenpaare, die inzwischen wieder in Wolken, Windströmungen und Lichtfahnen aufgegangen sind, vermittelten zwischen „intro und extro“, Unterwasser und Überberg — entfachten jedenfalls einen Wirbel. Der tritt auch in den neuesten Bildtafeln dieses phantasiebeflügelnden Malers auf. Die Konsequenz, der er sich verpflichtet weiß, heißt: In Bewegung, in den Lüften bleiben. K.S.