Selected transcription · German
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Scan 4 — collective history
Gerade diplomiert, wollten wir uns freimalen von Professor, Rektorat und Assistenten, von Abendakt und Altsemestern, Farbenlehre, Kunstgeschichte und Grundierung. In sich wühlen, in die Breite gehen, Format erspüren, an den Grenzen der Einflüsse Maß nehmen, selbst den Anzug nähen.
Das ehemalige Bad des Hofes dunkelten wir für Praetterhoffers Fotolabor ab; nach 15 Jahren pumpte der Rostmotor wieder Wasser aus der Forellenzisterne ins Schiff der Küche.
Nachdem wir uns endlich zerstritten hatten, war erst im Sommer 1970 eine Ausstellungsserie in Linz möglich. Von Dieter Matschiner bekamen wir einen Raum im Rahmen der Collection 70, einer Verkaufsschau am Taubenmarkt. Wir veranstalteten 5 Ausstellungen.
Über Dieter Schrage machte der Wiener Förderungsverein „Blauer Adler“ eine Gruppenausstellung mit uns in der Galerie Seilerstätte und den ersten Katalog. Die Ausstellung war vorübergehend geschlossen worden, weil Jascha unsittliche Küchensprüche in Gummi zeigte, Leitner durch Hundstrümmerl die Trikolore entehrte und Wukounig die Religion ungebührlich verfremdete. Förderer und Galerie gaben ihren Geist auf.
Scan 6 — selected chronology
1969 Diplom (bei Rudolf Hausner). Teilnahme am 1. Symposion für Malerei in OÖ. Bilder, Objektplastik und Literatur zum Thema Leonardo da Vinci. Malerei bei farbigem Licht, erste Lichtzeichnungen im Gelände.
1970 Mappe „Waldviertel 1970“: Stereo-Lichtzeichnungen im Anaglyphenverfahren (mit Rot-Grün-Brille dreidimensional zu sehen).
1971 Änderung der Signatur (von Prätterhoffer auf Praetterhoffer). Neubeginn einer umfangreichen Serie von Blindzeichnungen.
1972 Förderungspreis der Stadt Wien. Großformatige Bilder von Gelände-Lichtzeichnungen aus mehreren Sichten.
1974 Landschaftsbilder aus photographischen und gemalten Elementen kombiniert.
1976 Lichtzeichnungen werden figural: Serie von nachts im Freien gezeichneten monumentalen Figuren.
1977 Zyklus von Radierungen löst Lichtzeichnungen ab. Beeinflußt von Free-Jazz-Musik entstehen 60 Radierungen.
1978 Figurenbilder: Verwendung von Schablonenzeichnungen als graphisches Grundgerüst.