Scan 2 — Werner Fenz
Im Triptychon von drei Lichtzeichnungen, die in der Nacht vom 21. zum 22. Oktober 1972 im Garten eines Hauses in Wien-Ottakring entstanden sind, aufgenommen von im gleichseitigen Dreieck angeordneten Kameras, werden in Details dieses Gartens helle, zu einer Masse verdichtete Strichbündel sichtbar. Das jeweilige Detail der Landschaft entspricht der Reichweite und dem Ausschnittswinkel des Kameraobjektivs. Die Intensität und Dichte, die Verschlingungen und das „Handschriftliche“ des sichtbaren Lichtbündels entsprechen der Gestik, dem zeichnerischen Bewegungsvorgang des Künstlers. Im Raum stehend zeichnet Praetterhoffer in diesem Raum mit einer punktförmigen Lichtquelle, während der geöffnete Verschluß der Kameras den Verlauf der Linien im Raum im Bild des Raumes festhält. Damit werden dem Gestaltungsvorgang neue Dimensionen eröffnet, etwa die Möglichkeit, räumliche Grafik mit Hilfe der Landschaft zu gestalten. Nicht die nachträgliche Übermalung eines Fotos wird zum Ausgangspunkt grafischer Betätigung, sondern der konkrete Raum selbst ist es, in dem sich der Künstler bewegt. Spuren dieser Bewegung — eher dem spontanen Gestus als der Kalligrafie zuzuordnen — bilden, immer im Zusammenhang mit der festgehaltenen Authentizität des Raumes, das Ergebnis.